HR-Marketing

Wie du Empfehlungsmanagement als erfolgreiches Instrument im Recruiting einsetzt!

Vakante Positionen zu besetzen kostet vor allem den Recruiting Verantwortlichen Zeit und Mühe und das Unternehmen Geld. Welcher Personaler kennt das nicht? Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung (IAB) werden neue Mitarbeiter bereits bei 40 Prozent aller offenen Stellen über persönliche Kontakte und Empfehlungen gefunden, eine Einstellungszusage liegt bei nahezu 83 Prozent dieser Empfehlungen vor. Eine Erfolgsquote, die für sich spricht! Es liegt also auf der Hand, dass im Rahmen des Empfehlungsmanagements das Netzwerk der Mitarbeiter als vergleichsweise kostengünstiges Recruiting-Tool verstärkt genutzt werden sollte. Die Einbindung deiner Mitarbeiter im Recruiting, ob über direkt persönliche Kontakte oder über Social Media Netzwerke, ist gewinnbringend für alle Beteiligten.

Warum sollte ich Empfehlungsmanagement als ein Recruiting Instrument nutzen?

Bewerber werden von den Mitarbeitern in der Regel nur empfohlen, wenn die Person empfehlenswert ist. Gleiches gilt für das Unternehmen, das von Mitarbeitern nur weiterempfohlen wird, wenn es empfehlenswert ist. Dies führt zu einer höheren Bewerberqualität. Da man sich in der Regel mit Personen umgibt, mit denen man harmoniert, passen Bewerber über Empfehlungen meistens sehr gut mit der Unternehmenskultur. Dadurch minimiert sich für das Unternehmen das Risiko einer Fehlentscheidung – insbesondere für kleine und mittelständische ein nicht zu unterschätzender Risiko- und Kostenfaktor! Durch den bereits bestehenden persönlichen Kontakt in das Unternehmen ist ein schnelleres Onboarding möglich. Die empfohlenen Mitarbeiter bringen oft eine engagiertere Einstellung mit, da sie sich vermutlich unbewusst gegenüber des „Empfehlers“ stärker verpflichtet fühlen, zu zeigen, dass sie die richtige Besetzung der Position sind. Die vielen Vorteile des Empfehlungsmanagements im Recruiting führen somit an mehreren Stellen zu einer Kostenreduktion.

Wie kann ich meine Mitarbeiter motivieren, geeignete Kandidaten zu empfehlen?

Grundsätzlich erst einmal Wertschätzung gegenüber des Mitarbeiters über jede Empfehlung bzw. jeden Kontakt – unabhängig davon, ob es zu einer erfolgreichen Einstellung gekommen ist oder nicht.

Dann hast du verschiedene Möglichkeiten – ein definiertes Programm oder vereinzelte und individuelle Belohnungsmöglichkeiten.

Für ein Programm kannst du unterschiedliche Gestaltungsformen nutzen:

  • eine fest definierte Belohnung (Geld oder Sachwert)
  • ein Punktesystem – Mitarbeiter sammeln Punkte und können somit die Art der Belohnung selbst auswählen.
  • Mitarbeiter erhalten bei aktiver Beteiligung im Recruitingprozess, z.B. durch einen Eintrag auf Xing, eine Anerkennung, sobald die Stelle besetzt ist oder der Mitarbeiter die Probezeit erfolgreich beendet hat.
  • Verbesserung einer Kennzahl als Unternehmensziel setzen, z.B. Dauer vom Start des Recruitings bis zur Vertragsunterzeichnung. Bei erfolgreicher Zielerreichung erhalten alle Mitarbeiter oder nur die weiterempfehlenden Mitarbeiter eine Belohnung.

„Natürlich mobilisieren Geschenke, Prämien und Vergünstigungen auch das Belohnungssystem im Gehirn, am besten allerdings dann, wenn sie nicht angekündigt und nicht erwartet werden. […] Feldexperimente haben gezeigt, dass durch überraschende Geschenke die Produktivität der Mitarbeiter um mehr als zehn Prozent gesteigert werden kann“ (Christian Elger in seinem Buch „Neuroleadership“).

Durch ein Geschenk fühlt sich die Person dem Beschenkten gegenüber unbewusst verpflichtet, dadurch steigen die Produktion und die Bindung an das Unternehmen. Die klare Empfehlung daher ist: Wertschätzung und greifbare Belohnung an die Mitarbeiter! Hier ein paar Ideen:

  • Erfolgsprämie in Höhe eines festgelegten Betrages, nach der bestandenen Probezeit des empfohlenen Mitarbeiters.
  • Gutscheine
  • Reise
  • Zusätzliche Urlaubstage
  • Weiterbildungsangebote
  • Kostenfreier Firmenparkplatz
  • Belohnungswert an gemeinnützigen Zweck spenden
  • Referral-Event oder gemeinsamer Ausflug für alle empfehlenden Mitarbeiter

Eine Kombination aus mehreren Ideen ist auch immer möglich! Sollte das Recruiting von Studenten problematisch sein, kann das Empfehlungsmanagement auch in einem angemessenen Verhältnis auf Studenten ausgeweitet werden. Im Vorfeld sollte bedacht werden, wie die Empfehlung im Recruitingprozess kenntlich gemacht werden muss und an welche Bedingungen eine Empfehlung gebunden ist, z.B. nur unbefristete Stellen.

Recruiting Kennzahlen im Rahmen des Empfehlungsmanagements

Die Kennzahlen sollten jeweils für empfohlene Mitarbeiter und sonstige Bewerber ermittelt werden:

  • Terminvereinbarungsquote
  • Dauer von der Bewerbung bis zur Vertragsunterzeichnung
  • Eigenabsagen durch Bewerber
  • Recruitingkosten
  • Anteil der Mitarbeiter mit erfolgreich bestandener Probezeit
  • Fluktuationsrate
  • Betriebszugehörigkeit bei Austritt
  • Quote von empfohlenen Mitarbeitern selbst zu Empfehlern zu werden
  • Auffälligkeiten zu Bereichen, Positionen, Regionen, etc.

Schöner Nebeneffekt dient ein Empfehlungsprogramm als indirektes Feedbacktool. Denn wenn es kaum Empfehlungen der Mitarbeiter geht, lohnt es sich mal genauer hinzusehen. Liegt es vielleicht am Betriebsklima oder an der Führungskultur? Dann motivieren auch die teuersten und schönsten Geschenke nicht.

Warte nicht länger und nutze die Netzwerke und Empfehlungen deiner Mitarbeiter im Recruiting! Womit kannst du deine Mitarbeiter am Besten motivieren?

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